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Die klassische Bankfiliale war lange der Ort, an dem finanzielle Entscheidungen getroffen wurden. Konto, Finanzierung, Geldanlage, Altersvorsorge, manchmal sogar Versicherung: Wer etwas regeln wollte, machte einen Termin vor Ort, nahm Unterlagen mit und saß seinem Ansprechpartner gegenüber.
Dieses Bild verändert sich deutlich. Eine aktuelle Sonderauswertung der KfW zeigt: 2024 haben erstmals weniger als die Hälfte der mittelständischen Unternehmen mindestens einen Geschäftstermin in einer Bank- oder Sparkassenfiliale wahrgenommen. 2017 lag dieser Wert noch bei 65 Prozent. Auch die Zahl der tatsächlichen Filialbesuche sinkt stetig.
Dies zeigt eine grundsätzliche Verschiebung: Finanzberatung muss heute nicht mehr zwingend in einer Filiale stattfinden, um persönlich, verbindlich und fachlich oder qualitativ hochwertig zu sein.
Stand: Juni 2026 – Regelungen können sich ändern.
Inhaltsverzeichnis
- Was die KfW-Zahlen über den Mittelstand zeigen
- Der Rückgang der Filialbesuche ist kein Zufall
- Das alte Bankenbild: seriös, aber oft nicht mehr zeitgemäß
- Persönliche Beratung braucht keine Filiale mehr
- Wie König Finanzen Kundenprozesse digital und persönlich verbindet
- Worauf Kunden bei digitaler Finanzberatung achten sollten
- Fazit: Die Filiale verliert ihre Rolle als Mittelpunkt
Was die KfW-Zahlen über den Mittelstand zeigen
Laut KfW haben 2024 rund 1,8 Millionen mittelständische Unternehmen eine Bank- oder Sparkassenfiliale besucht. Das waren deutlich weniger als noch einige Jahre zuvor. Gleichzeitig sank auch die durchschnittliche Zahl der Filialbesuche pro Unternehmen. Die Entwicklung ist also klar: Mittelständler suchen ihre Bankfiliale immer seltener auf. Und das liegt nicht nur daran, dass viele Banken und Sparkassen ihre Filialnetze verkleinert haben, sondern auch daran, dass sich das Verhalten der Kunden verändert hat.
Unternehmer, Führungskräfte und auch zunehmend mehr Privatpersonen organisieren viele Bereiche ihres Lebens längst digital. Rechnungen, Buchhaltung, Termine, Verträge, Kommunikation, Dokumente. Vieles läuft heute online, per Videotermin oder über digitale Systeme. Warum sollte dann also ausgerechnet Finanzberatung dauerhaft an einem klassischen Filialtermin hängen?
Wichtig ist aber: Der Rückgang der Filialbesuche bedeutet nicht automatisch, dass Beratung unwichtig wird. Er bedeutet eher, dass sich der Ort, die Form und der Anspruch an Beratung verändern. Früher war die Filiale der Mittelpunkt der Kundenbeziehung. Heute ist sie nur noch eine Möglichkeit unter mehreren.
Der Rückgang der Filialbesuche ist kein Zufall
Mittelständische Unternehmen sind in vielen Bereichen längst digital organisiert. Das betrifft nicht nur große Konzerne, sondern gerade auch moderne kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Viele Unternehmerinnen und Unternehmer arbeiten mit digitalen Buchhaltungssystemen, Videocalls, Online-Terminbuchungen, Cloud-Dokumenten, digitalen Signaturen und automatisierten Prozessen. Sie erleben jeden Tag, dass gute Zusammenarbeit nicht zwingend am selben Ort stattfinden muss. Da ist es nur konsequent, dass auch Finanzprozesse digitaler werden.
Wer ohnehin einen vollen Kalender hat, wird sich zurecht fragen: Muss ich für jede finanzielle Frage wirklich in eine Filiale fahren? Muss ein Beratungsgespräch zwingend an einem Bankschreibtisch stattfinden? Oder reicht es nicht, wenn der Prozess digital ausgeführt wird?
Die ehrliche Antwort: In vielen Fällen reicht das nicht nur, es ist sogar besser. Denn gute Beratung hängt nicht an einem Gebäude oder an einem Ort. Sie hängt an der Qualität der Analyse, an der fachlichen Einordnung, an klarer Dokumentation und an der Frage, ob der Kunde am Ende wirklich versteht, warum eine bestimmte Entscheidung sinnvoll ist und diese auch letztendlich mit einem guten Gefühl treffen kann.
Das alte Bankenbild: seriös, aber oft nicht mehr zeitgemäß
Viele Menschen verbinden Finanzberatung noch immer mit einem eher konservativen Bild: Filiale, Krawatte, fester Termin, Papierunterlagen, Unterschriftenmappe, Kaffee im Besprechungsraum. Am besten noch ein Faxgerät dazu.
Dieses Bild ist grundsätzlich nicht falsch. Es hat schließlich lange funktioniert und man sollte nicht so tun, als wäre alles Alte automatisch schlecht. Gerade im Finanzbereich haben Verlässlichkeit, Diskretion, Erfahrung und persönliche Beziehungen einen hohen Wert. Aber man muss auch nüchtern sagen: Nur weil ein Prozess alt ist und bisher immer gut funktioniert hat, ist er nicht automatisch besser.
Ein Beratungsgespräch wird nicht seriöser, nur weil es in einer Filiale stattfindet. Eine Empfehlung wird nicht fundierter, nur weil sie auf Papier ausgedruckt wird anstatt auf einem PDF-Dokument zu stehen. Und ein Ansprechpartner ist nicht automatisch kompetenter, nur weil man ihn einmal im Jahr persönlich am Bankschalter sieht.
Das klassische Bankenbild darf deshalb hinterfragt werden. Nicht respektlos oder abwertend, aber realistisch. Denn viele Kunden erwarten heute zu Recht beides: fachliche Seriosität und moderne Abläufe. Sie möchten nicht zwischen persönlicher Nähe und digitaler Effizienz wählen müssen. Sie wollen eine Beratung, die sich an ihrem Leben orientiert. Und nicht an Öffnungszeiten, Filialstandorten et cetera.
Persönliche Beratung braucht keine Filiale mehr
Ein weit verbreiteter Denkfehler lautet: Digital bedeutet unpersönlich. Das stimmt so nicht. Unpersönlich wird Beratung nicht durch Zoom, Teams oder digitale Unterlagen. Unpersönlich wird sie dann, wenn der Berater nicht zuhört, nur Produkte erklärt (oder gar penetrant verkauft), keine echten Fragen stellt oder den Kunden durch einen standardisierten Prozess schiebt. Persönlichkeit entsteht durch Haltung, nicht durch Raumgröße oder Mobiliar.
Eine digitale Beratung kann sehr persönlich sein, wenn sie gut gemacht ist. Der Kunde sieht den Berater, kann Fragen stellen, Unterlagen gemeinsam durchgehen, Berechnungen nachvollziehen und Entscheidungen in Ruhe vorbereiten.
Gerade bei komplexen Themen wie Ruhestandsplanung, Steueroptimierung, privater Vorsorge oder Vermögensstrukturierung kann ein digitaler Prozess sogar helfen. Unterlagen können strukturiert vorbereitet, Zahlen sauber sortiert und Termine effizient geplant werden.
Natürlich gibt es Situationen, in denen ein persönliches Treffen vor Ort sinnvoll sein kann. Gerade bei sehr umfangreichen Vermögens- oder Unternehmensstrukturen kann sich das anbieten, aber als Standard ist der Filialtermin unserer Meinung nach nicht mehr zwingend notwendig. Die bessere Messgröße ist nicht der Ort des Gesprächs, sondern die Qualität des Ergebnisses.
Wie König Finanzen Kundenprozesse digital und persönlich verbindet
König Finanzen arbeitet bewusst und aus Leidenschaft modern und digital. Vom ersten Kontakt bis zur laufenden Betreuung sind die wesentlichen Kundenprozesse digital organisiert. Das betrifft zum Beispiel die Terminbuchung, die Vorbereitung von Gesprächen, die Beratung per Zoom, Teams und Co., die digitale Abwicklung von Unterlagen sowie spätere Service- und Abstimmungstermine.
Das Ziel dahinter ist nicht Digitalisierung um der Digitalisierung willen. Das Ziel ist ein sauberer, effizienter und nachvollziehbarer Beratungsprozess.
Für Kunden bedeutet das konkret: Sie können Termine einfacher buchen, ohne lange Abstimmungen per Telefon. Gespräche lassen sich ortsunabhängig führen, ohne Anfahrt, Parkplatzsuche oder Wartezeit. Unterlagen können strukturiert vorbereitet und digital besprochen werden. Fragen lassen sich auch später im Serviceprozess effizient klären. Und trotzdem bleibt die Beratung persönlich, weil echte Gespräche geführt werden – mit Menschen, nicht mit starren Formularstrecken.
Gerade bei Finanzthemen ist diese Kombination entscheidend, denn viele Kunden wollen auch nicht einfach einen Online-Abschluss. Sie wollen verstehen, was sie tun. Sie wollen wissen, ob eine Versorgungslücke besteht, wie groß ihr Kapitalbedarf ist und welcher Weg nach vorn sinnvoll sein kann. Genau hier braucht es Beratung, aber eben nicht zwingend eine Filiale.
Worauf Kunden bei digitaler Finanzberatung achten sollten
Digitale Beratung für sich ist kein Qualitätsmerkmal. Ein schlecht vorbereiteter Videotermin bleibt ein schlecht vorbereiteter Termin. Ein digitales Formular ersetzt keine fachliche Einordnung. Und eine schnelle Online-Strecke ist nicht automatisch die beste Lösung. Wer digitale Finanzberatung nutzt, sollte deshalb auf einige Punkte achten.
- Der Prozess muss transparent sein. Kunden sollten verstehen, welche Schritte folgen, welche Unterlagen benötigt werden und wie eine Empfehlung zustande kommt.
- Die Beratung sollte nicht beim Produkt beginnen. Gute Finanzberatung startet mit Zielen, Zahlen, Rahmenbedingungen, steuerlichen Aspekten, Liquidität und Zeithorizont.
- Der Berater sollte erklären können, für wen eine Lösung geeignet ist und für wen nicht. Gerade diese Abgrenzung ist ein wichtiges Vertrauenssignal.
- Digitale Kommunikation muss trotzdem verbindlich sein. Termine, Unterlagen, Empfehlungen und nächste Schritte sollten sauber dokumentiert werden.
- Menschliche Nähe bleibt wichtig. Kunden sollten nicht das Gefühl haben, durch einen digitalen Verkaufsautomaten zu laufen. Bei finanziellen Entscheidungen geht es oft um Lebensplanung. Das braucht Zeit, Ruhe und ein Gegenüber, das nicht nur abschließen will.
Fazit
Der Rückgang der Bankfilialbesuche im Mittelstand zeigt deutlich: Finanzprozesse verändern sich. Kunden sind digitaler, Unternehmen sind digitaler, Erwartungen sind digitaler. Das heißt aber nicht, dass persönliche Beratung an Bedeutung verliert. Es heißt nur, dass persönliche Beratung nicht mehr zwangsläufig an eine Filiale gebunden ist.
Das alte Bild von Finanzberatung – fester Schreibtisch, Papiermappe, Termin in der Filiale – wirkt für viele Menschen nicht mehr zeitgemäß. Verlässlich soll Beratung trotzdem bleiben. Fachlich stark ebenfalls. Und menschlich erst recht.
Die Zukunft liegt nicht in rein digitalen Abschlussstrecken und auch nicht in nostalgischer Filial-Ideologie. Die Zukunft liegt in einem hybriden Verständnis: digital organisiert, fachlich fundiert, persönlich geführt.
Sie möchten Ihre Finanz- und Ruhestandsplanung nicht dem Zufall überlassen, haben aber keine Lust auf veraltete Prozesse und Produktgespräche ohne roten Faden?
Dann lassen Sie uns gemeinsam auf Ihre Zahlen, Ihre Ziele und Ihre Möglichkeiten schauen.
Disclaimer
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Finanzielle Entscheidungen sollten immer anhand der persönlichen Situation, Ziele, steuerlichen Rahmenbedingungen und Risikotragfähigkeit geprüft werden. König Finanzen erbringt keine Steuerberatung im Sinne des Steuerberatungsgesetzes. Bei steuerlichen Detailfragen sollte ein Steuerberater hinzugezogen werden.

Annalena Bichler verbindet über 6 Jahre Erfahrung in der Finanzbranche mit Expertise in Kommunikation, Prozessstruktur und fachlicher Aufbereitung. Bei König Finanzen macht sie komplexe Finanzthemen verständlich und zielgruppengerecht zugänglich.