
Wer eine Altersvorsorgeberatung sucht, will am Ende nicht primär ein Produkt, sondern Klarheit: Was habe ich? Was fehlt mir? Was ist der Plan? Wie sieht’s später einmal für mich aus?
Genau hier zeigt eine aktuelle Untersuchung die unbequeme Wahrheit: Kunden und Berater setzen teils unterschiedliche Prioritäten. Das kann zu Frust führen, obwohl die fachliche Lösung im Kern eigentlich stimmt.
In diesem Beitrag ordnen wir die wichtigsten Erkenntnisse sachlich ein, zeigen, warum diese Wahrnehmungslücken entstehen und was seriöse Beratung konkret tun muss, um diese zu schließen.
Inhaltsverzeichnis
- Kurzüberblick: Was Sie aus dem Artikel mitnehmen sollten
- Was eine Studie untersucht hat und warum das relevant ist
- Drei typische Wahrnehmungslücken und was dahinter steckt
- Was gute Beratung daraus ableitet: 7 konkrete Maßnahmen
- Was König Finanzen daraus macht
- Fazit
Kurzüberblick: Was Sie aus dem Artikel mitnehmen sollten
- Kunden bewerten Transparenz und jederzeitige Einsicht in die Altersvorsorge oft höher, als Berater vermuten.
- Die Arbeit hinter Produktauswahl und Recherche ist für Kunden häufig unsichtbar und wird deshalb unterschätzt.
- Preis-Leistung ist für viele Kunden zentral, wird aber von Beratern teils deutlich niedriger eingeschätzt.
Die Konsequenz: Wer sauber beraten will, muss nicht lauter sprechen, sondern deutlicher. In der Praxis heißt das: Vorgehen erklären, Entscheidungen begründen, Informationen regelmäßig liefern.
Was eine Studie untersucht hat und warum das relevant ist
Die Studie „Mind the Gap! Die größten Wahrnehmungslücken in der Altersvorsorge“ haben Bernd Ankenbrand, Professor an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, und Florian Fischer, Kommunikations- und Strategieberater bei Beyond Buzzwords, per Online-Fragebogen 1.078 Kunden und 380 Finanzberater befragt.
Das Ergebnis: Es gibt messbare Unterschiede zwischen dem, was Kunden wichtig ist, und dem, was Berater für wichtig halten.
Das soll kein Berater-Bashing sein, ganz im Gegenteil: Diese Erkenntnis ist wertvoll, weil sie einen bisher blinden Fleck sichtbar macht. Und genau da beginnt Professionalität: Wahrnehmung prüfen, statt Annahmen pflegen.
Drei typische Wahrnehmungslücken und was dahinter steckt
Lücke 1: „Ich will jederzeit Überblick“ – Transparenz wird unterschätzt
Viele Kunden wünschen sich, dass alle Informationen transparent verfügbar sind und sie ihre Altersvorsorge jederzeit auch selbstständig prüfen können. Berater stufen das teilweise als weniger wichtig ein.
Dabei geht es weniger um Kontrollwahn als um ein gewisses Sicherheitsbedürfnis. Wer heute digital arbeitet, erwartet realistisch:
- Dokumente und Vertragsstände sind auffindbar.
- Entwicklungen (z. B. Wertstände, Anpassungen, Beitragsänderungen) werden erklärt.
- Man muss nicht „hinterhertelefonieren“, um den eigenen Status zu kennen.
Traditionell war Beratung oft termin- und papiergetrieben. Das hat jahrzehntelang auch so gut funktioniert, aber die Erwartungshaltung hat sich verändert: Transparenz ist heute ein fester Bestandteil der Leistung.
Lücke 2: Produktauswahl & Recherche – „Unsichtbare Arbeit“ bleibt unsichtbar
Laut der Studie wird die Produktrecherche und -auswahl von Beratern in ihrer Bedeutung für Kunden unterschätzt. Ein möglicher Grund dafür ist, dass diese Arbeit häufig nicht im Beisein des Kunden passiert. Daher wird der Aufwand nicht aktiv wahrgenommen. Unsere Empfehlung ist daher: Berater sollten diesen Teil transparenter gestalten.
Wenn Kunden den Beratungsprozess nicht sehen, bewerten sie am Ende nur das Sichtbare: Gespräch, Unterlagen, Ergebnis.
Die Arbeit dahinter – Kriterien, Vergleich, Abwägung, Dokumentation – muss nicht zelebriert werden, aber sie muss nachvollziehbar sein.
Lücke 3: Preis-Leistungs-Verhältnis – ist wichtig, wird aber falsch eingeschätzt
Über die Hälfte der Kunden nennt ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis als entscheidendes Kriterium. Gleichzeitig glauben laut Studie nur 13 % der Berater, dass es eine so wichtige Rolle spielt.
Hier geht es aber selten um „billig“, sondern um Fairness und Verständlichkeit:
- Wofür zahle ich (direkt oder indirekt)?
- Was bekomme ich dafür dauerhaft?
- Welche Interessen können im Spiel sein?
Wenn diese Fragen nicht offen beantwortet werden, entsteht Misstrauen. Selbst dann, wenn die Lösung fachlich passt.
Was gute Beratung daraus ableitet: 7 konkrete Maßnahmen
Die Studienautoren empfehlen u. a., die individuelle Finanzanalyse zum zentralen Element zu machen, Kunden „an die Hand zu nehmen“ und regelmäßig vollständige Informationen zu Produkten, Entwicklung, Vergütung und Prozessen zu geben. Persönliche Treffen sollte man nur dann veranschlagen, wenn es wirklich etwas zu besprechen gibt, ansonsten wird angeraten stärker digital zu arbeiten.
Aus unserer Sicht lässt sich das in sieben klare Standards übersetzen:
- Finanzanalyse als roter Faden
– Ausgangslage erfassen
– Ziele definieren
– Risiken und Lücken in Zahlen übersetzen
– erst dann Lösung ableiten
Das klingt banal, ist aber der Unterschied zwischen Verkauf und Beratung. - Prozess offenlegen: Was passiert wann und warum?
Kunden wollen nicht jede interne Nuance. Aber sie wollen:
– die Schritte kennen,
– die Entscheidungslogik verstehen,
– und wissen, wann eine Entscheidung fällig ist. - Produktauswahl nachvollziehbar machen
Es braucht keinen stundenlangen Vortrag. Was es braucht ist ein kurzer, sauberer Überblick:
– Welche Kriterien wurden verwendet?
– Welche Optionen wurden ausgeschlossen und weshalb?
– Was sind die wichtigsten Vor- und Nachteile? - Kosten und Vergütung werden offen dargelegt
– klar sagen, wie Vergütung entsteht,
– welche Varianten es gibt,
– und was im konkreten Fall sinnvoller ist. - Regelmäßige Updates: Entwicklung, Änderungen, nächste Schritte
Wenn ein Kunde nur dann etwas hört, wenn unterschrieben werden soll, ist das zu wenig (und unangebracht). Regelmäßige Informationen sind Teil von Betreuung. - Digital dort, wo es dem Kunden nutzt, persönlich dort, wo es zählt
Die Studie erwähnt explizit: Persönliche Treffen nur, wenn es wichtig ist, ansonsten sollte man Gespräche in den digitalen Raum verlagern.
Das ist pragmatisch und respektiert die Zeit des Kunden. - Sprache prüfen: Reden wir wirklich über dasselbe?
Die Ausgangsfrage lautet sinngemäß: „Sprechen Berater und Kunden beim Thema Altersvorsorge überhaupt dieselbe Sprache?„
Gute Beratung stellt sicher, dass Begriffe und Konsequenzen verstanden sind, ohne Fachchinesisch , ohne Buzzwords und ohne Beschönigung.
Was König Finanzen daraus macht: Transparenz ist unser interner Standard und Anspruch an die Beratung
König Finanzen steht für fundierte Einordnung, klare Zahlen und einen planbaren Weg nach vorn.
In unserem Beratungsalltag heißt das:
- Klarheit in Zahlen statt Bauchgefühl: Wir übersetzen Versorgung, Ziele und Lücken in eine nachvollziehbare Rechenlogik.
- Transparenter Prozess: Sie als Kunde wissen, was der nächste Schritt ist und wofür er da ist.
- Dokumentation & Einordnung: Nicht nur „hier ist die Lösung“, sondern „darum ist es diese Lösung“.
- Digitale Beratung, wenn sie sinnvoll ist (z. B. Zoom oder Teams), und persönliche Termine dort, wo sie echten Mehrwert haben.
- Vergütung: sachlich, klar, fallbezogen. Ohne Lagerdenken oder Ideologien. Wir prüfen gemeinsam, welches Modell für Sie als Kunde Sinn macht.
Der „Ehrbare Kaufmann“ steht für verantwortungsvolles Unternehmertum: integer, ehrlich, verlässlich. Genau danach arbeiten wir. Eine ordentliche Aufnahme Ihrer Situation, eine klare Einordnung und saubere Umsetzung. Inklusive Dokumentation, damit Sie jeden Schritt jederzeit nachvollziehen können.“
Fazit: Wer Wahrnehmungslücken schließt, baut Vertrauen auf und vermeidet Fehlentscheidungen
Die Erkenntnis ist simpel, aber entscheidend: Gute Beratung scheitert selten am Produkt oder dem Konzept, sondern an fehlender Nachvollziehbarkeit.
Wer Transparenz, Prozessklarheit und verständliche Einordnung konsequent liefert, reduziert Missverständnisse und erhöht die Qualität der Entscheidung.
Wenn Sie Ihre Altersvorsorge nicht „irgendwie“ lösen wollen, sondern in Zahlen und mit planbarem Vorgehen:
Transparenz-Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Entscheidungen zur Altersvorsorge sollten immer anhand Ihrer persönlichen Situation getroffen werden.


